Bebauungsplan Selfkant Nr. 45 Saeffelen-Hundsrath

FESTSETZUNGEN

 

1. Planungsrechtliche Festsetzungen

1.1 Art der baulichen Nutzung 9 (1) Nr. 1 BauGB)
Im Plangebiet wird „Allgemeines Wohngebiet (WA)" gemäß § 4 Baunutzungsverordnung (BauNVO) festgesetzt.

Gemäߧ 1 (6) BauNVO sind innerhalb der Allgemeinen Wohngebiete (WA) die nachfol­ genden, gemäß § 4 (3) BauNVO ausnahmsweise zulässigen Nutzungen:

  • Nr. 1 Betriebe des Beherbergungsgewerbes,
  • Nr. 2 Sonstige nicht störende Gewerbebetriebe,
  • Nr. 3 Anlagen für Verwaltungen,
  • Nr. 4 Gartenbaubetriebe und
  • Nr. 5 Tankstellen 

nicht zulässig.

1.2 Höhe der baulichen Anlagen(§ 16 (2) BauNVO)
Die maximal zulässige Gebäudehöhe wird auf 10 m gemessen ab Höhe Erdgeschossfuß­ boden festgesetzt.

Die Höhe des Erdgeschossfußbodens darf an der Baugrenze max. 0,50 m über Niveau der Verkehrsfläche liegen. Maßgeblich ist die Höhe der fertig ausgebauten, an das Grundstück angrenzenden Verkehrsfläche (Ok Gehweg /Ok Verkehrsfläche) in der Mitte der überbau­ baren Grundstücksfläche (BP).

Einzelne Gebäudeteile und technische Anlagen, wie z.B. Schornsteine, Solaranlagen kön­ nen über diese festgesetzte Höhe hinaus zugelassen werden, wenn und soweit ein Erfor­ dernis dafür nachgewiesen wird.

1.3 Bauweise (§ 9 (1) Nr. 2 BauGB)
Gern. § 9 (1) Nr. 2 BauGB i. V. m. § 22 (2) BauNVO wird eine offene Bauweise festge­ setzt.
Zulässig ist die Errichtung von Einzel- und Doppelhäusern.

1.4 Stellplätze, Garagen und Carports sowie Nebenanlagen (§ 9 (1) Nr. 4 BauGB)
Stellplätze, Carports (überdachte Stellplätze) und Garagen sind auch außerhalb der über­ baubaren Grundstücksflächen - im seitlichen Grenzabstand zur Nachbargrenze - unter Be­ rücksichtigung der Vorschriften der Landesbauordnung (BauO NRW) - zulässig. Als Be­ zugspunkt (BP) für die Berechnung der Abstandsflächen von Garagen gilt Ziffer 1.2 analog.

Vor geschlossenen Garagen und Carports ist im Bereich der Zufahrt ein Mindestabstand von 5,0 m zur Straßenbegrenzungslinie einzuhalten.

Nebenanlagen sind, soweit sie nach der BauO NRW anzeige- oder genehmigungspflichtig sind, zulässig.

Eine Überschreitung der hinteren Baugrenze um maximal 5 m zwecks Errichtung einer überdachten Terrasse wird zugelassen. Von diesen Festsetzungen bleiben die sonstigen gesetzlichen Bestimmungen unberührt.

1.5 Höchstzulässige Zahl der Wohnungen 9 (1) Nr. 6 BauGB)
Die höchstzulässige Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden ist auf zwei je Einzel- oder Doppelhaus begrenzt.

1.6 Grünordnerische Festsetzungen 9 (1) Nr. 15 und 25 BauGB)

1.6.1 Anpflanzen  von Bäumen  auf öffentlichen Flächen
Im Bereich der Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung Fußgängerbereich" sind mindestens 5 Bäume der Pflanzliste 3 zu pflanzen. Die Baumbeete sind in Anlehnung an die FLL-Richtlinie herzurichten, die Pflanzarbeiten gemäß DIN 18916 auszuführen.
Als Pflanzqualität sind mindestens 3-mal verpflanzte Hochstämme mit jeweils Stammum­ fängen von 18 - 20 cm zu verwenden.
Für die Baumbeete ist jeweils eine Unterpflanzung mit niedrigwachsenden, bodendecken­ den  Strauchgehölzen vorzunehmen.

Pflanzliste 3 (Auswahl Straßenbäume):

Acer platanoides 'Crimson King' Acer platanoides 'Deborah' Liquidambarstyraciflua 'Paarl' Prunus padus 'Tiefurt'
Pyrus calleryana ,Bradfort' Quercus coccinea 'Splendens' Tilia cordata ,Rancho'
Rotblättiger Spitzahorn 'Crimson King' Spitz-Ahorn 'Deborah'
Amberbaum 'Paarl' Schmale Traubenkirsche Stadt Birne 'Bradfort'
Scharlach-Eiche 'Splendens' Winter-Linde ,Rancho'

(Nomenklatur/ Handels-/Qualitätsbezeichnung: Baumschulkatalog Lappen 2015)

Unterpflanzung der  Baumbeete (Auswahl):
Lonicera nitida ,Maigrün'
Heckenmyrte
Topfballen; Größe 30-40 cm 7 Stück/ m2

Cotoneaster  dammeri ,Eichholz' 
Immergrüne Kriechmispel
Topfballen; Größe 30 -40  cm
7 Stück/ m2

Einsaat  der öffentlichen Grünfläche
Der Quartiersplatz", 670 m2,   ist mit einer Gräser-/Wildkräuter-Mischung    (50:50) ,,Blumenwiese (Nr. 1)" einsäen, entsprechend der Sortenzusammensetzung Rieger­ Hofmann GmbH, Blaufelden-Rabboldhausen, (oder gleichartig in der Zusammen­ setzung eines anderen Saatgutherstellers) Herkunftsbereich: Produktionsraum 1; Nordwestdeutsches Tiefland, Herkunftsre­ gion 2 Westdeutsches TieflandDie Herstellung der Gräser-Wildkräuter-Fläche soll nach DIN 18917 und DIN 18918 erfolgen. Die Aussaatmenge beträgt mindestens 5 g / m2 oder richtet sich nach Her­ steller-Empfehlung.

1.6.2 Externe Kompensation
Der verbleibende Eingriff Natur und Landschaft von 10.122 Biotopwertpunkten ist in der Gemarkung Süsterseel, Flur 7, Flurstück 105 (Vor dem Herkenrath) zu kompensieren. Auf einer Fläche von 2.531 m2 sind unter Mitwirkung der Forstbehörde heimisch / bodenstän­ dige Bäume und Sträucher zu pflanzen.

2. Gestalterische Festsetzungen
86 BauO NRW i.V.m § 9 Abs. 4 BauGB)

2.1 Dachformen und -neigung
Es sind nur Dächer mit einer Neigung von 0-45° zulässig.

2.2 Freiflächen
Vorgärten sind grundsätzlich von jeder Bebauung freizuhalten.

2.3 Einfriedigungen
Eine von der Erteilung einer Baugenehmigung freigestellte Einfriedigung der Grundstücke muss dem Charakter des Wohngebietes der allgemeinen Bebauung und der Verkehrssi­ cherheit gerecht werden.

2.4 Einfriedungen der Vorgärten
Die Vorgärten sind mit Schnitthecken, die eine Höhe von 80 cm nicht überschreiten dürfen einzufrieden. Zu verwenden sind Laubgehölze der Pflanzliste 1.

Außerhalb der Vorgärtenbereiche sind Grundstücke, die an öffentliche Verkehrsflächenan­ grenzen mit Schnitthecken bis zu einer Höhe (Trimmhöhe) von 1,80 m einzufrieden. Zu verwenden sind Laubgehölze der Pflanzliste 1.

In die Heckenformationen können Zaunanlagen integriert werden, wenn diese nach außen, zu den Verkehrsflächen hin nicht sichtbarsind.

Die Hecken sind so zu pflegen und zu trimmen, dass sie in ihrer Ausbreitung Gehweg oder Straße in ihrer Funktion nicht beeinträchtigen.

Die Bepflanzungen sind unter Berücksichtigung von DIN 18916 auszuführen.

Pflanzliste 1 - Auswahl von Heckenpflanzen

Qualitative Pflanzgröße:      
Heister bzw. Heckenpflanzen
1 x verpflanzt, bis zu 5 Basistriebe Höhe: 80 bis 125  cm

Berberis vulgaris (und Varianten) Chaenomeles Hybr.
Ligustrum vulgare ,Atrovirens' Pyracantha coccinea
Rosa spec. Spiraea vanhouttei Carpinus betulus Fagus sylvatica
Fagus sylvatica ,Purpurea' Buxus sempervirens
Berberitze, Sauerdorn Scheinquitte
Liguster, immergrün (und Varianten) Feuerdorn
Ros n (als Schnitthecke) Prachtspiere (Sorten) Hainbuche
Buche (grünes Laub) Buche (rotes Laub) Buxbaum

2.3.2 Einfriedungen der Grundstücke außerhalb der Vorgärten
Außerhalb der Vorgartenbereiche und den öffentlichen Verkehrsflächen zugewandten Sei­ ten sind die Privatgrundstücke zur offenen Landschaft hin, westlich und nördlich des Plan­ gebietes, mit Schnitthecken von mindestens 80 cm und höchstens 1,80 m Höhe einzufrie­ den mit Gehölzen der Pflanzliste 2. Bei der Pflanzung sind die nachbar-rechtlichen Grenz­ abstände einzuhalten. Die Bepflanzungen sind unter Berücksichtigung von DIN 18916 aus­ zuführen.

Pflanzliste 2 -  Auswahl von Heckenpflanzen

Qualitative Pflanzgröße:
Heister bzw. Heckenpflanzen
1 x verpflanzt, bis zu 5 Basistriebe Höhe: 80 bis 125 cm,

Acer campestre Crataegus monogyna
Ligustrum vulgare ,Atrovirens' Carpinus betulus
Fagus sylvatica
Fagus sylvatica ,Purpurea'
Feld-Ahorn Weißdorn
Liguster (und Varianten) Hainbuche
Buche (grünes Laub) Buche (rotes Laub)

3. Kennzeichnungen und Hinweise

3.1 Kampfmittelbeseitigung
Beim Auffinden von Bombenblindgängern/Kampfmitteln während der Erd- /Bauarbeiten sind aus Sicherheitsgründen die Arbeiten sofort einzustellen und die nächstgelegene Poli­ zeidienststelle, die zuständige Ordnungsbehörde oder direkt der KBD (Kampfmittelbeseiti­ gungsdienst)  zu verständigen.

Erfolgen zusätzliche Erdarbeiten mit erheblichen mechanischen Belastungen wie Ramm­ arbeiten, Pfahlgründungen etc. wird eine Sicherheitsdetektion empfohlen."

3.2 Artenschutzrechtliche Belange
Die Baufeldräumung sollte möglichst während der Vegetationsruhe und Vermehrungsfreien Zeit von Anfang Oktober bis Ende Februar durchgeführt werden.

Ansonsten ist das Eingriffsgebiet ist ab Anfang März bis Baubeginn von Vegetation frei zu halten oder durch Störung die Vögel vor Ansiedlung zu hindern. D.h. das Baufeld ist ab März wöchentlich zu befahren oder mechanisch zu bearbeiten um das Ansiedeln von Vö­ geln zu vermeiden.

3.3 Denkmalschutz
Es wird auf die Bestimmungen der§§ 15 und 16 Denkmalschutzgesetz NRW hingewiesen. Bei Auftreten archäologischer Bodenfunde und Befunde ist die Gemeinde als Untere Denk­ malschutzbehörde oder das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland unverzüglich zu informieren. Bodendenkmal und Fundstelle sind zunächst unverändert zu erhalten.

3.4 Erdbebenzone (§ 9 (5) Nr. 1 BauGB)
Saeffelen befindet sich in Erdbebenzone 2 in der Untergrundklasse S (Gebiete tiefer Be­ ckenstrukturen mit mächtiger Sedimentfüllung) gemäß der Karte der Erdbebenzone und geologischen Untergrundklassen der Bundesrepublik Deutschland 1 : 350.000, Bundes­ land Nordrhein-Westfalen (Juni 2006).

Gemäß der technischen Baubestimmungen des Landes NRW ist bei der Planung und Be­ messung üblicher Hochbauten die DIN 4109:2005-04 Bauen in deutschen Erdbebenge­ bieten" zu berücksichtigen.

3.5 Bergbau
Die Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie weist darauf hin, dass das Plangebiet sich über dem auf Braunkohle verliehenen Bergwerksfeld Saeffelen 2" befindet. Eigentümerin des Bergwerksfeldes ist die RWE Power Aktiengesellschaft, Stüttgenweg 2 in 50935 Köln.

Der Planungsbereich ist nach den vorliegenden Unterlagen (Differenzenpläne mit Stand: 01.10.2012 aus dem Revierbericht, Bericht 1, Auswirkungen der Grundwasserabsenkung, des Sammelbescheides - .Az.: 61.42.63 -2000-1 -) von durch Sümpfungsmaßnahmen des Braunkohlenbergbaus bedingten Grundwasserabsenkungen betroffen.

Die Grundwasserabsenkungen werden, bedingt durch den fortschreitenden Betrieb der Braunkohlentagebaue, noch über einen längeren Zeitraum wirksam bleiben. Eine Zunahme der Beeinflussung der Grundwasserstände im Planungsgebiet, in den nächsten Jahren, ist nach heutigem Kenntnisstand nicht auszuschließen. Ferner ist nach Beendigung der berg­ baulichen Sümpfungsmaßnahmen ein Grundwasserwiederanstieg zu erwarten.

Sowohl im Zuge der Grundwasserabsenkung als auch bei einem späteren Grundwasser­ anstieg sind hierdurch bedingte Bodenbewegungen möglich. Die Änderungen der Grund­ wasserflurabstände sowie die Möglichkeit von Bodenbewegungen sollten bei Planungen und Vorhaben Berücksichtigung finden.

3.6 Lärmschutz bei haustechnischen Anlagen
Bei der Errichtung und dem Betrieb von Klima-, Kühl- und Lüftungsanlagen, Luft- und Wär­ mepumpen sowie Blockheizkraftwerken ist zu beachten, dass die zulässigen Nachtwerte von 40 dB(A) unter Berücksichtigung der vorhandenen Immissionen (einschl. der Wind­ energieanlagen im Windpark Waldfeucht / Selfkant (Repowering) nicht überschritten wer­ den.

Aus Immissionsschutzgründen sollten Luftwärmepumpen innerhalb von Gebäuden aufge­ stellt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die immissionsschutzrechtliche Verträg­ lichkeit haustechnischer Anlagen in Form einer Schallimmissionsprognose nachzuweisen. Ein Nachweis ist für jeden Einzelfall zu erbringen.

Im Übrigen ist der .Leitfaden für die Verbesserung des Schutzes gegen Lärm bei stationä­ ren Geräten" der Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz-LAI (www.lai-im­ missionsschutz.de) zu beachten.

3.7 Einwirkungsbereich Störfallanlagen
Das Plangebiet liegt außerhalb der von der Kommission für Anlagensicherheit empfohlenen Achtungsabstände von Störfallanlagen.

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